Dienstag, November 14, 2006

Noch eine Kaffee-Geschichte

Ich habe Post bekommen von Tefal, Rowenta und Krups – gleichzeitig. Zwei dicke und ein dünner Katalog voller Haushaltsgeräte. Und jetzt weiß ich wirklich nicht, warum noch irgendjemand über Deutschland jammert. Schließlich verspricht Krups nicht weniger als "Perfektion der Leidenschaft".
Leidenschaft also.
Auf zwölf Seiten kaum bekleidete Espressomaschinen (18 verschiedene Modelle) mit Preisen zwischen 130 und 1750 Euro. Auf den weiteren Seiten folgen viele ganz normale Kaffeemodelle ohne Pads, Druck, Filter, Tassenabstellfläche, variable Brühkammer und vor allem Premium Sound. Den Sound der Expresseria Autamatic XP9000 hätte ich wirklich gern gehört. Wegen der Leidenschaft. Aber hier bleibt alles stumm.

Montag, Oktober 09, 2006

Früher war alles besser, hört man jedenfalls immer wieder. Beim Essen ist Nostalgie nicht ganz so ausgeprägt. Die Begeisterung über paniertes Kotelett, Pressschinken auf Toast, gnädig verhüllt von einer Scheiblette, gekrönt von einer zuckersüßen Dosen-Ananas oder Curry-Geschnetzeltem im Reisring – sind ferne, etwas peinliche Erinnerungen.
Auch der Kaffee schmeckt heute meist besser, vor allem ist die Auswahl häufig so groß wie die Zahl der Gerichte in einem chinesischen Restaurant. Aber den Milchkaffee, den gab es auch früher schon, in deutschen Szene-Kneipen hieß er Café au Lait und wurde in französischen Müslischüsseln serviert. Das hatte den Vorteil, dass der Überflüssiges meist auf den Tisch schwappte und der Rest schnell kalt wurde.
Heute heißt dieses Getränk Latte Macchiato, hat mehr Schaum und kommt in Gläsern auf den Tisch. Das ist noch toller. Erst verbrennt sich die Finger, dann die Zunge und darf dann noch fischen gehen: nach dem Löffel der für lange Gläser immer zu kurz ist. Was will man mehr fürs Geld?
Die Tinte soll früher auch besser geschmeckt haben.

Freitag, September 01, 2006

Dienstag, August 22, 2006

Am Nil speisen wir immer gern

Denn im Hamburger Restaurant-Nil ist das Essen immer gut und der Service sehr freundlich und kompetent.
Gestern zum Beispiel hatten wir als Vorspeise eine klassische Thai-Suppe mit ein wenig Hühnchenfilet. Sie hätte von mir aus zwar schärfer sein können, aber mein Gaumen ist ja auch Asien-geschult. Die Wildschweinschulter auf Linsensalat lieferte einen sehr appetitlicher Ausblick auf den Herbst.
Bei den Hauptspeisen entschieden wir uns für die beiden vegetarischen Gerichte: Linguine mit getrockneten Tomaten und Parmesanschaum, der sehr intensiv war, sowie mit Spinat gefüllte Serviettenknödel mit Pfifferlingen, die unglaublich groß und waren und perfekt gegart.
Und weil es so gut schmeckte, haben wir zum Dessert noch einen Blaubeer-Topfenstrudel mit Blaubeer-Granita und einen Apfel-Crumble mit herrlichem Schoko-Parfait draufgesetzt, begleitet von einem Glas Sauterne.

Sonntag, August 20, 2006

Schlemmersommer

Weil ich zu spät dran bin, kommt diese Empfehlung jetzt sehr frühzeitig: Sie gilt für den Sommer 2007. Etwa 60 Hamburger Restaurants bieten unter dem Titel Schlemmersommer ein Menü für zwei Personen für zusammen 59 Euro an. Auf der Restaurant-Liste stehen illustre Namen. Wir haben es im Nilund im Doc Cheng`s ausprobiert und waren sehr angetan.

Im Doc Cheng´s ließen sich die Gäste an einer Hand abzählen, das lag aber daran, dass WM-Halbfinale war. Wir starten mit Cocktails in der hübschen Bar. Überhaupt vermittelt ja das Doc Cheng´s eine sehr angenehme Atmosphäre von Luxus im asiatischen Stil. Aber nicht kühl, sondern eher so wie man sich eine gehobene Opiumhöhle in Shanghai zur Jahrhundertwende phantasieren mag.
Das Menü unter dem Titel "Dreams of Flavours":
Carpaccio vom Pulpo mit Tempura und Satay vom Huhn, Avocadocreme und Tomatenrelish. Der Pulpo war aromatisch, zart köstlich. Auch alles andere. Nur das Tempura war einen Hauch zu trocken.
Gazpacho mit Thai Aromen und Black Tiger Garnele Eine aromatische Explosion mit einer Schärfe, die manch hanseatischen Kaufmann (das typische Publikum) hart ankommen dürfte.
Kross gebratener schottischer Lachs in Orangen-Kardamom-Sauce auf Salat von grüner Mango und Fenchel Schmeckte wie es klingt, kross und vielfältig
Tandoori gegrillter Zitronengrasspieß vom Schweinefilet in Paprika-Pommery-Senf-Beurre-Blanc auf wok-sautiertem Kimchee und Süßkartoffelpüree Dieses Schwein muss ein gutes Leben gehabt haben, wenn sich von Konsistenz und Geschmack darauf schließen lässt: saftig und geschmackvoll
Passionsfruchtcreme mit Erdbeer-Rhabarber-Kompott und Kokossorbet Hier hat der Kompott-Koch einem Klassiker eine sehr feine Note gegeben. Ein schöner Schluss
Nächstes Jahr wieder!

Mittwoch, Juni 28, 2006

Ein Wort über Käse

Es muss ja nicht immer ein Weichkäse sein. Wenn also nicht, ist der Küssnachter Apfelweinkäse ein sehr geschmackvoller Hartkäse: würzig, geprägt von der Säure des Apfelweins. Den kaufe ich seit Jahren bei Karstadt in der Mönckebergstraße (Hamburg), wo er mir mal von einem liebenswürdigen Verkäufer angeboten wurde.
Wenn man Google trauen darf, ist er wirklich eine Besonderheit. Die Suche "Küssnacht, Apfelwein, Käse" ergibt nur 18 Einträge, aber immerhin diese ganz hilfreiche Seite über
Schweizer Käsespezialitäten.
Allerdings sind die Bestellmenge nicht wirklich ideal für die Kleinfamilie oder den Single-Haushalt. 7 kg sind kein Pappenstiel.

Dienstag, Mai 16, 2006

Süße Kunstwerke

Wasser-im-Mund-zusammenlaufen-lassender Blick in das Schaufenster eines Patissiers im 11. Arondissement in Paris:


Und noch eins, weil es so gut aussieht: